Pferde im TV

Hallo

Nach langer Zeit möchte ich gerne die Gelegenheit nutzen einen neuen Blogeintrag zu schreiben und es soll dabei um Horsemanship im Fernsehen gehen.

Um es gleich vorweg zu sagen, ich halte überhaupt nichts von solchen Sendungen in denen Probleme schleht dokumentiert und die Maßnahmen noch schlimmer rüber kommen. In zahlreichen Folgen werden Leute gezeigt die am liebsten ihr Pferd einschläfern lassen würden als ihr Probleme in den Griff zu bekommen oder einen besseren Platz zu finden.

Diese Überheblichkeit mancher Pferdebesitzer, sie wären das Maß aller Dinge und wenn sie es nicht schaffen mit einem Pferd eine gute, vertrauensvolle Beziehung zu haben schafft das niemand etc. In den Folgen ist das natürlich überspitzt dargestellt, dennoch gibt es diese Besitzer, die ich gerne Pferdioten nenne.

Die Praktiken um Pferde wieder zu freundlichen Partnern zu machen ist meist in der Kürze einer Folge gepresst zusammengefasst und gibt nur einen ungenauen Blick über die tatsächliche Arbeit. Die Zusammenfassung der Arbeit ist manchmal desaströs, weil sie einen Eindruck vermittelt als würde ein Pferd nur hingebogen, ich persönlich gehe davon aus, dass viele Schritte der Ausbildung gar nicht gezeigt werden. Ich sehe es kritisch wenn solche gezeigten "Anleitungen" nachgemacht werden und man nicht zum gleichen, positiven Resultat kommt. Ist externe Hilfe wirklich immer hilfreich?

Was braucht es um selbst zum Partner/Trainingsfreund des Pferdes zu werden?

Nach diesen Punkten in dieser Reihenfolge kann man alle Probleme die man mit einem Pferd hat in den Griff bekommen.

1. Gesundheit des Pferdes checken

Es ist absolut und ausnahmslos nötig körperliche Beschwerden des Pferdes zu ergründen.

2. Distanz

Wer keine Distanz zum Pferd einnehmen kann, wird niemals eine echte Nähe erleben

3. Eigene Fähigkeiten

 Reiterliche, kommunikative und sportliche Möglichkeiten sollten gut bis sehr gut sein.

4. Kommunikation

Die Sprache der Pferde ist dazu da einen Umgang zu ermöglichen, es ist nicht dazu da nur zu verlangen.

5. Zeit

Im Stall/Beim Pferd gibt es keine Zeit

6. Beschreibung der Arbeit

Es ist wichtig zu formulieren was man mit dem Pferd erreichen will.

 

Zu den Punkten kann man endlos schreiben, macht aber wenig Sinn.

1. Gesundheit

Es kann vorkommen dass Pferde sich nicht so bewegen wie man das von Ihnen erwartet. Lahmt ein Pferd beim führen wird man vermutlich recht bald das Tier bei einem Tierarzt vorstellen. Sollte ein Pferd unterm Sattel zu buckeln beginnen, ständig ohne sichbaren Grund lossprinteen wird alles mögliche versucht, vom Sattel bis hin zu Sporen die das widerspänstige Pferd bändigen sollen. Es gab in einer TV-Reihe einen solchen Fall und tatsächlich war das reiterliche Unvermögen die Ursache für die Rückenschmerzen. Sorry Leute, wer einem Pferd hunderte Male wie ein 65kg Sack Kartoffel in den Rücken kracht, sollte sich sehr hurtig einen guten Reitstil aneignen oder mit dem Reitsport aufhören.

Zur üblichen Inspektion gehören auch immer die Zähne, das sollte man nicht vergessen.

 

2. Distanz

Eines der wichtigsten Grundlagen im Umgang mit Pferden ist der Abstand, er muss jederzeit eingefordert werden können. Es soll nicht so aussehen, dass ich nichts mit dem Pferd zu tun haben will und es ständig von mir wegtreiben. Diese Form der Kommunikation ist völlig verkehrt. Anlehnungen wie JoinUp und Co lehne ich kategorisch ab. Es geht auch nicht darum das Pferd aus dem Kommunikationsraum zu entlassen und so zu tun als ob das Pferd nichts mit dem Menschen zu tun haben soll, sondern es geht darum den Abstand zu Pferd in vielen bereichen als normal zu betrachten. Es gibt Theorien die behaupten ein Pferde ist nur innerhalb von 1m bis 2m um die Schulter im Führungsbereich des Menschen, das ist absoluter Quatsch. Sobald jemand die Kommunikation mit meinem Pferd aufnimmt und das Pferd mit demjenigen, verhindert auch ein Abstand von 100m eine "Unterhaltung" nicht. Warum sollte es auch, ein instinktsicheres Pferd weiß wie man sich als Herdentier verhält und ich wäre überrascht würden Tiere einer Herde in freier Wildbahn stets einen Maximalabstand von 2m zum nächsten einnehmen. Jeder kann sich vorstellen wie das ausgehen würde. Ein Pferd selbst fordert Distanz, daher ist es ein Gebot diese Distanz zu kennen und einzuhalten und sie nur für Aktivitäten zu unterschreiten.

 

3. Fähigkeiten

Reiten ist wie Klavierspielen, Kommunikation ist wien eine Fremdsprache zu lernen die nichts menschliches hat und der sportliche Aspekt spielt eine bedeutende Rolle.

Es ist wichtig die eigene Kompetenz in diesen Fragen stets zu prüfen und zu hinterfragen. Ist es zum Wohle des Pferdes? Bin ich in der Lage ein Pferd anzuleiten?

Ich bin kein Feind von Hilfsmittel aber es sollte ganz klar sein warum ein Hilfszügel, Sporen, Gerte benutzt wird. Ich behaupte das 99,999% der Reiter ihre Hilfsmittel sofort wegschmeissen sollten, weil sie nicht zu dem Zweck genutzt werden für die er gemacht ist. Ich habe in den Jahrzehnten der Arbeit mit Pferden festgestellt, dass jene die Hilfsmittel einsetzen könnten gar keine nutzen und wenn sie es doch tun diese tatsächlich nur als Lehrbehelf verwenden. Sobald das Pferd versteht worum es geht ist das Hilfsmittel in dieser Sekunde Geschichte. Wer Hilfsmittel einsetzt um selbst was zu lernen um sich selbst was zu trauen, schmeisst das Krempel besser weg und eignet euch die Fähigkeiten an das auch ohne dem Zeug zu schaffen.

 

4. Kommunikation

Das Um und Auf im Umgang mit Pferden. Darüber habe ich im Blog schon Beiträge geschrieben.

 

5. Zeit

Lange und ganz kurz. Um Pferde auszubilden nimm Dir viel Zeit, am besten ein paar Jahre. Die Trainingseinheiten möglichst kurz halten, eine Einheit hat aber nichts mit einer Stoppuhr zu tun, sondern mit anderen Dingen. Wie aufmerksam ist das Pferd, wie arbeitswillig, wie konzentriert, wie ist die Körperhaltung und -spannung etc. Man könnte nun leicht auf die Idee kommen dass ein gut gelauntes , arbeitswilliges Pferd auch gerne arbeitet und sich gerne verausgabt. Die Antwort darauf ist schlicht: Nein. Die Arbeit sollte mit dem besten Gefühl abgeschlossen werden, dabei sollte man auch berücksichtigen dass der körperliche Zustand, die Konzentrationsfähigkeit vermutlich weitere Übungen zulassen würde, lass es sein. Es gibt Turniervorbereitungen die erfordern ein gutes Maß an Training aber hier ist weniger deutlich mehr. Lieber zwei Einheiten je 25 Minuten und eine mit 15 Minuten am Tag als eine zwei stündige Quälerei.

 

6. Arbeit

Wer weiß was er erreichen will sollte auch eine Ahnung haben was er üben muss. Das gilt für den Freizeitreiter genauso wie für den GrandPrix Teilnehmer. Letzterer wird, meiner Erfahrung nach, andere Prioritäten in der Ausbildung favorisieren als ein Sonntagsreiter. Beide vergessen dabei mit Sicherheit einiges aus der umfassenden Ausbildungsbandbreite die man mit Pferden absolvieren sollte, die jeder mit seinem Pferd können muss. Mehr könne die im TV auch nicht.

 

Schwierige Zeiten mit einem Pferd hat man nur wenn man nicht versteht wohin es geht, wenn die Anforderung das Können übersteigt, wenn das komplexe Thema Pferd mehr Rätsel aufgibt als Freude. Behandle das Pferd wie es als Pferd behandelt werden soll, nicht als Mensch, nicht als Sklave, nicht als Maschine.

Permalink 10.03.15 18:39:00, von admin E-Mail , 1188 Wörter, Kategorien: Training , Einen Kommentar hinterlassen »

Sound of Silence

Ein Thema das ich ebenfalls kurz beleuchten möchte ist die Stimme.

Es wird allgemein angenommen, dass ein Pferd die verbale Sprache nicht verstehen kann aber zahlreiche Versuche mit Pferden lassen mich an dieser Theorie zumindest zweifeln. Beim ausmisten der Box habe ich das Pferd immer in den Aussenbereich geschickt um in Ruhe arbeiten zu können. Dazu habe ich auch immer ein Stimmkommando benutzt und nach einiger Zeit habe ich ausser Sicht des Pferdes experimentiert ob das Pferd einzig auf das Stimmkommando hinaus geht? Das Pferd hat tatsächlich jedesmal reagiert, sei es auch dass es hin und wieder zwei oder drei Anläufe gebraucht hat. Die Reaktion war immer gleich und es war mit Sicherheit keine nonverbale Kommunikation wie Handzeichen oder Körperspannung, eine Drehung, Mimik oder sonst etwas für das Pferd zu erkennen woraus es die Reaktion ableiten hätte können.

Für mich bedeutet dass das ein Pferd durchaus in der Lage ist Wortlaute zu interpretieren und bei entsprechender Schulung dieses Ergebnis reproduzierbar ist und das deutlich besser als im Bereich zufälliger Ergebnisse. Ich gehe davon aus dass Pferde eine stimmliche Sprache haben und sie deshalb einfache Worte mit der Zeit erkennen und verstehen was damit gemeint ist. Dass sie so darauf reagieren wie man das möchte ist eine andere Diskussion über Vertrauen, Einflussnahme und Akzeptanz.

Warum und wann verwendet man die Stimme? Ist es nötig die Stimme zu verwenden?

Unbedingt nötig ist die Stimme nicht aber damit würden wir uns einen Teil der Kommunikation nehmen und das wäre sehr schade. Pferde hören extrem gut daher ist es nicht nötig zu schreien, auch wenn man das leider immer wieder mitbekommt. Wer aus einem Impuls laut wird um ein Pferd zu beruhigen macht schon aus Prinzip alles verkehrt. Um laut zu sprechen oder zu schreien ist es nötig den ganzen Körper in eine erhöhte Spannung zu versetzen, und das gilt als Alarmsignal. Dazu noch eine laute verbale Äußerung die den Angstzustand bestätigt und vielleicht verstärkt. Das alles dient kaum dazu beruhigend auf ein Pferd zu wirken.

Lauter zu sprechen als gewöhnlich ist für das Pferd immer Ausdruck eines Tadels.

Ein Pferd steht angebunden am Putzplatz und zeigt, da es neu im Stall ist, seine Unsicherheit und ein wenig unbehagen. Dazu weicht es ein wenig links und rechts, mehr in der Absicht sich ein Bild von der Umgebung zu machen. Daraufhin schreit der Besitzer, der das Pferd erst vor kurzem erworben hat, das Pferd lauthals an es soll endlich stehen bleiben. Es ist nicht schwer zu erraten, dass man so nicht mit einem Pferd umgeht und achtet bitte immer darauf das zu reflektieren um in ähnlicher Situation nicht genauso zu reagieren.

Der menschliche Impuls neigt dazu etwas zu fordern, wenn das Pferd nicht auf Augenhöhe agieren darf. Wer sich dabei ertappt derart mit einem Pferd umzugehen muss sich ab sofort selbst bei der Nase nehmen und die Einstellung zu Pferden neu überdenken.

Es sollte damit nicht gesagt werden dass man einem Pferd nie mit verstärkter Stimme zu verstehen geben darf dass man etwas nicht will, die Situationen in denen das angebracht ist sollte man allerdings an einer Hand abzählen können. Der übliche Umgang mit einem Pferd sollte das selbstverständliche Verständnis sein, selbst wenn es bedeutet etwas vier oder fünf mal, oft vielleicht sogar 10 mal zu zeigen bevor es klappt. Ein Ergebnis kann man nicht herbei schreien, ein positives Ergebnis verlangt die Ruhe die es verdient.

Nur die Ruhe bringt Vertrauen und Verläßlichkeit.

 

Lieben und leisen Gruß

Permalink 28.04.14 09:21:00, von milestone E-Mail , 604 Wörter, Kategorien: Grundlagen , Einen Kommentar hinterlassen »

Aller Anfang ist leicht

Man sollte nie vergessen, dass Pferde eine Aufgabe und eine Verantwortung sind und für die meisten von euch findet die Begegnung in der Freizeit statt. Das ist jene Zeit unserer hektischen Gesellschaft die man dazu nutzen sollte einen Ausgleich zu finden und sie gleichermassen wertvoll für Mensch und Tier zu gestalten.

Wie oft soll/muss man zum Pferd?

Die deutliche Antwort: So oft es nur irgendwie möglich ist.

Vor vielen Jahren sollte ich mich einem Bayrisches Warmblut, einem Wallach annehmen und ihn wieder auf die reiterlichen Beine stellen, ich wurde gebeten aus dem Pferd wieder ein umgängliches, gut reitbares Pferd zu machen. Die erste Begegnung war ernüchternd, auf den ersten Blick ein braver Zeitgenosse, zuwenig Muskulatur und zuviel Gewicht. Beim satteln versuchte der Wallach zu treten und auch sonst zeigte das Pferd wenig Verständnis für irgendeine Form von Beschäftigung, abgesehen vom Weg zur Weide und zurück zum Futtertrog. Der Stall, den es heute nicht mehr gibt, bot eigentlich keine Gelegenheit zu irgendwelchen Trainingseinheiten, weder gab es eine Halle, noch ein Viereck und auch ein Roundpen suchte man vergeblich. Der Stall hatte nur Boxen, Weiden und eine sehr kleine Sattelkammer.

Um mit Pferden Bodenarbeit zu machen brauchte es viel Improvisation, einen kleinen Teil einer Koppel notdürftig abzugrenzen um wenigstens irgendeine Möglichkeit zu haben so was ähnliches wie einen Übungscharakter zu entwickeln. Es dauerte einige Zeit (ein gutes halbes Jahr) seine Macken in den Griff zu bekommen, seine Gewicht leicht zu reduzieren und seine Muskulatur ansatzweise aufzubauen. Nach diesen ersten 6 Monaten war einmal der Level erreicht um mit der Basis zu starten, das Pferd war soweit um mit der ernsthaften Arbeit beginnen zu können. In der ganzen Zeit sah man die Besitzerin nicht ein einziges Mal im Stall und als sie wieder im Stall auftauchte konnte sie ihr Pferd nicht finden. Es war kurios, das Pferd stand vor ihr in der Box und sie erkannte das Pferd nicht. Es hatte etwas abgenommen, Muskeln aufgebaut, längst noch nicht soweit um von einem trainierten Pferd zu sprechen, dennoch musste man ihr bestätigen, dass das tatsächlich ihr Pferd ist. Voller Freude sattelte sie ihr Pferd, wenngleich ich etwas ganz anderes am Trainingsplan stehen hatte, und schickte sich an auszureiten. Als sie zurück kam war sie freudestrahlend und richtig glücklich und bereits im nächsten Moment beendete sie die gerade begonnene Ausbildung.

Etwas in dieser Art hatte ich erwartet, da ich bereits mehrfach erlebte, dass Menschen dann plötzlich das Interesse wiederfinden wenn sie mit einem Pferd wieder vernünftig umgehen können. Soweit ich erfahren hab zog sie mit dem Pferd um und ich habe das Pferd nie wieder gesehen. Ich blicke auf solche Erfahrungen nicht mit Wehmut zurück, ich hatte mein Bestes getan um dem Pferd ein wenig von dem Rüstzeug mitgegeben, dass es ihm ermöglicht eine zeitlang gut mit der Besitzerin auszukommen. Leider hatte sie das Training nicht mitgemacht, deshalb bleibt es ein Fragezeichen ob sie dann wenigstens etwas vom Pferd gelernt hatte, ich habe da meine Zweifel.

Ein kurzer Rückblick auf das Programm: Das Pferd wurde am Anfang für etwa vier Wochen drei mal die Woche bewegt und es wurden Lektionen am Boden gemacht. Dann kam ein Tag hinzu bei dem kurze Ausritte vor allem auf geraden, ebenen Strecken im Schritt und kurzen Trab eingebaut wurden. Eigentlich wäre zunächst Hallentraining oder Viereck nötig aber wenn es das nicht gibt muss das eben ins Glände verlagert werden. Nach etwa 6 Wochen die wir so gearbeitet haben wurde auf zwei mal Bodenarbeit und 3 mal reiten ausgedehnt, wobei ein Ausritt viel bergauf und bergab beinhaltete. nach weiteren 6 Wochen kam noch ein Tag reiten hinzu, der eine ausgedehnte Runde über einige Stunden war und so trainierten wir 6 Tage die Woche und einen Tag gab es spazieren gehen bzw. einfach Zeit verbringen. In der Zeit wurde ab dem Start die Ernährung über 3 Wochen langsam an die tatsächlichen Bedürfnisse angepasst und dann im 2 Wochenrythmus das Ergänzungsfutter an die Trainingsleistung angepasst. Zum Thema Ernährung werde ich mich gerne in einem eigenem Beitrag vertiefen.

Es soll erklären, dass man sich für ein Pferd Zeit nimmt, nehmen muss. Es ist wichtig so oft es möglich ist mit dem Pferd etwas zu unternehmen. Ein Pferd ist ein Lebewesen, es ist ein Tier mit hohem sozialen Anspruch. Das bedeutet dass man interagieren muss, man muss sich mit Pferden ganz persönlich beschäftigen, am besten jeden Tag einige Stunden.

Es gibt Situationen, auch bei mir, die es einmal nicht erlauben zum Pferd zu fahren. Der Job, die Familie und viele weiter unvorhergesehene Dinge können die Fahrt zum Stall unmöglich machen. Das ist nicht weiter schlimm. Es zählt die gewohnte Regelmäßigkeit im Stall zu sein und dort möglichst viele unterschiedliche Aktivitäten zu unternehmen. Neben Longe, Doppellonge, Stangen- und Cavaletti und Freispringen kann man auch mal Gelassenheitsübungen oder verschiedene Zirkuslektionen versuchen. Bodenarbeit kann so vielfältig sein, wenn man sich ein wenig Mühe macht sich alternative, spieleriche Zusätze zum sonst geforderten Trainingsalltag zu überlegen.

Ich hoffe damit eure Fantasie angeregt zu haben und wünsche euch allen eine gute Zeit bei euren Pferden. Durchbrecht den Alltag, die Routine mit neuen Aufgaben, macht euch im Stall zum Deppen das ist alles egal - Wichtig ist nur das zwischen Dir und Deinem Pferd.

 

Lieben Gruß

Permalink 27.04.14 08:40:00, von milestone E-Mail , 910 Wörter, Kategorien: Bodenarbeit , Einen Kommentar hinterlassen »

Die Qual der Wahrheit

Aus der Reihe von der Planung bis zum Trainingsplan möchte ich mit dem Punkt beginnen der nach meinem Verständnis immer am Anfang einer Ausbildung steht: Der Umgang mit dem Pferd.

John Lyons hat einmal sinngemäß geschrieben: „Die Wahrheit siehst Du wenn Du den Strick löst.“

Mit einem Pferd umzugehen bedeutet auch immer es zu führen, es am Putz- oder Waschplatz oder auch unterwegs an geeigneter Stelle anzubinden, mit dem Pferd unter Umständen an der Hand spazieren zu gehen, zu longieren, im Roundpen zu arbeiten oder frei laufen zu lassen und sicher noch viele weitere Gelegenheiten mit einem Pferd vom Boden aus zu tun zu haben. Nicht zuletzt ist als Sonderform für manche auch das Verladen von Pferden eine echte Herausforderung.

Es gibt zahlreiche Situationen in denen das Verhalten des Pferdes nicht so ist, dass man mit ruhigem Gewissen daneben stehen oder gehen kann, sondern stets mit unerwarteten Aktionen rechnen muss. Das Pferd lässt sich durch zahlreiche äußere Einflüsse verleiten unruhig zu werden, zeigt ständige Unsicherheit und Unwillen.

Das führt oft dazu dass man nicht mehr abschätzen kann wie das Pferd in bestimmten Situationen reagiert, es wird unberechenbar.

Wer dann stets ungeduldig und jähzornig reagiert wird dem Pferd jede Angst und Unsicherheit bestätigen und den Kreislauf weiterdrehen bis man ein Pferd hat das jeden Umgang mit Menschen in Frage stellt.

 

Buck Brennaman formuliert es so: Das Pferd ist der Spiegel deiner Seele und manchmal gefällt einem nicht was man im Spiegel sieht.

 

Nichts ist im Stall wichtiger als das Pferd. Es bekommt die uneingeschränkte Aufmerksamkeit höchster Priorität und alles dauert so lange, so lange es eben dauert, alles was davon ablenkt (Handy, Smartphone, die Uhr, das allgegenwärtige Internet etc.) lässt man im Auto, im Spind oder zu Hause.

 

Vertrauen?

Das ist leicht gesagt und doch so unendlich schwer einzufordern.  Was bedeutet Vertrauen? Es ist der Wunsch nicht enttäuscht zu werden und viele Menschen haben leider bereits vergessen (oder nie erfahren) was das bedeutet.

 

Vertrauen ist die Eigenschaft ein Pferd etwas selbständig machen zu lassen und man dabei in Kauf nimmt dass Fehler gemacht werden.

 

Das Vertrauen eines Pferdes bekommt nur jemand der dem Pferd vertraut.

Wer das Vertrauen eines Pferdes nicht genießt, wird ständig in Frage gestellt, es gibt nichts dazwischen. Ein Pferd wird zu einem Menschen mit dem es (länger) zu tun hat niemals eine neutrale Haltung einnehmen. Es liegt an jedem selbst zu entscheiden zu welcher Kategorie man gehören möchte.

 

Wie gebe ich dem Pferd zu verstehen dass ich etwas nicht möchte?

Ich werde das kommunizieren und dabei je nach Situation reagieren. Ein „Fehler“ ist kein Verbrechen, weder auf der einen noch auf der anderen Seite. Die oft gehörte Botschaft lautet, dass man konsequent sein muss und dass man nicht einmal was erlauben darf und am nächsten Tag nicht mehr.

Warum nicht?

Das schlimmste was ich dem Pferd antun kann ist nicht authentisch zu sein.  Wenn ich mich durch eine Aktion verstellen muss belüge ich das Pferd. Ich kann mir nichts Schlimmeres vorstellen als mich gegen mein Gefühl entscheiden zu müssen nur um konsequent zu sein. Wichtig ist es ehrlich zu sein und zu bleiben.

Ein Pferd erfährt Sicherheit durch Konformität?

Wenn ich bestimmte Abläufe in der Regel ähnlich ablaufen lasse, kann sich das Pferd an diese Abfolge gewöhnen und es wird zur Routine. Wenn ich mit dem Ablauf zufrieden bin werde ich es loben, andernfalls wiederholen. Niemals darf ein Fehler zu einer Bestrafung führen, sondern nur dazu dass eine Lektion noch einmal versucht wird, bis man damit zufrieden sein kann.

Man sieht mit der Zeit dass sich durch die Übungen bestimmte Lektionen verbessern, aber dass es nicht jedes Mal besser sein muss. Je nach Tagesverfassung kann ein bestimmtes Tagesziel auch fast ganz verfehlt werden, da heißt es flexibel zu sein und sich einen positiven Abschluss zu überlegen. Hier wird die Routine durchbrochen und das kann und muss ebenfalls zufriedenstellend sein.

 Nicht der gleiche Ablauf und die gleiche Behandlung sind das Geheimnis, sondern die Variabilität die dem Muster folgt es mit einem positiven Erlebnis zu beenden. Je mehr Lob ihr im Training findet desto besser war das Training.

 

Jeder hat die Möglichkeit ein guter Trainer zu sein

In der Arbeit am Boden bedeutet dass die einfachen so leicht und selbstverständlichen Dinge nicht als selbstverständlich hinzunehmen sondern das Pferd immer daran zu erinnern dass es, so wie es ist, wunderbar ist.

 

Ein folgsames, vertrauensvolles Pferd ist das Ergebnis von folgsamer und vertrauensvoller Begegnung.

Wer sein Pferd schlägt wenn es etwas „falsch“ macht und vergisst zu loben wenn es etwas „richtig“ macht  bekommt das sozial unverträgliche Pferd dass er verdient.

Richtig und Falsch?

Mit einem Pferd herrscht immer eine Kommunikation und die meisten Menschen verstehen darunter dass ein Pferd das zu tun hat was man von ihm verlangt. Leider vergessen die meisten dabei dass man als Mensch nur dann von einem Pferd verlangen darf alles richtig zu machen wenn man als Mensch auch alles richtig macht.

 

Ich möchte ein Beispiel beschreiben dass ich erst gestern beobachten durfte:

Ein Pferd steht am Putzplatz und wird vom Besitzer gestriegelt. In dieser Situation fährt der Hof-Traktor, den das Pferd seit Jahren kennt, in die daneben liegende Scheune. Das Pferd zeigt alle typischen Merkmale einer Stresssituation und Angst. Es ist aufgerichtet und lehnt sich mit aller Gewalt gegen den Strick, jeden Moment könnte das Pferd versuchen sich mit aller Kraft zu befreien. Der Besitzer hält das Pferd am Halfter und versucht das Pferd mit Kraft daran zu hindern sich loszureißen.

Nachdem der erste Schrecken vorüber ist wird darüber spekuliert warum das Pferd so eine Panik bekommen hat, nicht ohne zu bemerken dass das Pferd ja den Traktor kennen müsste.

Aus zahllosen Beobachtungen gleich ablaufender Fälle wundert mich manche Mensch:Pferd-Beziehung nicht, weil in diesen Situationen vergessen wird was die Situation aus Sicht des Pferdes bedeutet - es wird schlichtweg ausgeblendet, es zählt nur was man selbst will/einfordert.

Manchmal können Menschen mit solchen Beschreibungen nichts anfangen, sie verstehen nicht dass es wirklich ein Problem ist und wer das Problem nicht sieht findet auch keine Lösung. Ich möchte versuchen die Situation zu übersetzen.

Eine Gruppe von Freunden kommt zu einem guten Essen zusammen und während man plaudert kommt einer aus dem Flur zurück zur Gruppe, die entspannt am Esstisch sitzt, und richtet einen Revolver auf  eine Frau. Ganz plötzlich sieht sich die Frau einer wirklich bedrohlichen Sitation gegenüber und hat einfach schreckliche Angst. Sie will sich schützen aber anstatt ihr beizustehen hält ihr Begleiter sie fest und verhindert damit sich der Gefahr zu entziehen. Sie wird so lange festgehalten bis der Revolver wieder eingesteckt wird.

Wieviel vertrauen wird die Frau wohl ihrem Begleiter weiter entgegenbringen? Da spielt es keine Rolle ob der Revolver geladen war oder nicht, als Ziel eines Aggressors würde ich mir von demjenigen dem ich vertraue erwaten dass man mir beisteht und alles versucht um mich in Sicherheit zu bringen.

Das Pferd hat Angst, aus der Sicht des Pferdes starrt es in die Mündung eines Revolvers, selbst wenn das in unseren Augen unbegründet ist, dem muss man Rechnung tragen.

Der zusätzliche Zug am Halfter zeigt dem Pferd dass es mit meiner Gegenwehr zu rechnen hat und nicht mit meinem Verständnis. Aus der Sicht des Pferdes kann so eine Aktion nur bedeuten, es kann sich nicht auf mich verlassen, es wird von mir nicht beschützt, sondern gezwungen sich der Situation weiter auszusetzen.

Was hätte das Pferd gewollt?

Sich von der Gefahr entfernen und die ganze Aktion war aus Sicht des Pferdes geprägt von einer Frage: Warum kann ich da nicht weg?

Als Besitzer muss ich diese Frage im Sinne und Wohle des Pferdes beantworten. Ich löse den Strick und entferne mich von der vermeintlichen Gefahr so weit, bis das Pferd zu verstehen gibt wieder sicher zu sein. Nur aus dieser Position kann ich zusammen mit dem Pferd erkennen dass keine Gefahr ausgeht, selbst wenn man sich dem Traktor nähert.

So wie die Situation abgelaufen ist hat man als Mensch nun eindeutig einen Großteil des Vertrauens eingebüßt.

Es darf nicht egal sein was ein Pferd will.  Es sind diese Alltagssituationen die alle zusammen ein Bild auf die Beziehung Pferd:Mensch werfen und daraus entsteht das oft gewünschte tiefe Vertrauen oder eben das Misstrauen.

Als Mensch habe ich in der oben beschriebenen Situation zwei Möglichkeiten

  1. Ich packe das Pferd, wie es geschehen ist, am Halfter um es möglichst daran zu hindern sich loszureissen
  2. Ich versuche das Pferd mit Abstreichen zu beruhigen und zu verstehen geben dass die Furcht unbegründet ist und wenn das nicht gelingt dem Bitten des Pferdes sich zu entfernen nachgeben.

Es ist nicht wirklich schwer zu erraten welche der beiden Möglichkeiten  für einen Vertrauensbonus sorgt und welcher zu Misstrauen führt.

Diese und ähnliche Situationen erlebt man immer wieder mit Pferden und es zeigt dass die Kommunikation keine Einseitigkeit ist, sondern auch das Pferd immer Freude, Angst, Unsicherheit etc. zum Ausdruck bringt und es liegt an uns das zu erkennen und entsprechend zu reagieren.

Pferde vertrauen darauf dass in ihrem Sinne gehandelt wird, ihr Instinkt sagt ihnen dass ihr Leben davon abhängt.

Wenn man auf ein Problem stößt muss man sich der Lösung mit langsamen Schritten nähern, man darf nicht mit der Lösung anfangen.

Das Pferd zu zwingen sich der Situation des nahen lärmenden Traktors auszusetzen ist der Versuch mit der Lösung zu beginnen.

In dem Fall muss man dem Pferd immer wieder zu verstehen geben, dass es an meiner Seite sicher ist und dass vom Traktor keine Gefahr ausgeht. Sicher fühlt sich ein Pferd dann wenn es die gewünschte Distanz einnehmen darf. Mit meiner Hilfe und der Tatsache der Wohlfühldistanz entsprochen zu haben darf ich dem Pferd zeigen dass auch näher zu sein kein Problem ist. So lange bis ich das Pferd dort anbinden kann und das Pferd vertraut dass es sicher ist. Das dauert so lange (und so oft) so lange es eben dauert.

Achtet darauf was euer Pferd sagt und enttäuscht es nicht. Vertraut eurem Pferd und mit der Zeit wird euch das Pferd vertrauen, es gibt nichts wertvolleres im Leben eines Pferdebesitzers als das Vertrauen seines Pferdes zu genießen.

 

Lieben Gruß

 

Permalink 26.04.14 12:51:00, von milestone E-Mail , 1767 Wörter, Kategorien: Bodenarbeit , Einen Kommentar hinterlassen »

Planung

In diesem Beitrag möchte ich der Frage nachgehen welche Trainingsformen zu einem Ziel führen?

Vor einigen Jahrzehnten war es keine Frage was ein Pferd wollte, dem Ziel ein Pferd auf seine Aufgaben vorzubereiten wurde alles untergeordnet. Es gab eine strikte Selektion nach verschiedenen körperlichen Aspekten wie Größe, Körperform, Athletik bzw. die Anlagen dazu, Gang und korrekte, trockene Gelenke, gute Hufe und Zähne um ein Pferd für tauglich oder untauglich zu befinden. Die Psyche eines Pferdes spielte keine Rolle und wenn überhaupt war sie ein Ausschlußkriterium wenn das Pferd nicht so spurte wie man das wollte. Ebenfalls ausgesondert wurde ein Pferd wenn es mit den manchmal zu harten Trainingsanforderungen nicht Schritt halten konnte und die Entwicklung hinter den Erwartungen zurückblieb.

Erfolgreiche Turnierpferde waren in der Vielzahl der Fälle sprichwörtlich durch die Trainingshölle gegangen und nur ganz wenige Pferde waren so gut und so prädestiniert Hochleistungssport zu treiben dass am Ende auch der Erfolg nicht ausbleiben konnte. Die Intensität die auch den Siegern, den talentierten Pferden abverlangt wurde ist manchmal schwer nachzuvollziehen. Themen wie Doping runden dabei die verachtenswerten Methoden nur ab.

Hand in Hand ging die Anforderung an das Breeding, also die selektive Zucht bestimmter Merkmale, die leider die psychischen Fähigkeiten selten als Priorität berücksichtigte.

Leider sind diese Ansichten und Vorgänge, wenngleich sie in Vergangenheitsform geschrieben sind, heute  noch anzutreffen, einzig der Trend nach modernen Traingsmethoden zu arbeiten verbreitet sich erfreulicherweise sehr schnell. Was man noch vor 20 jahren über Pferde wusste ist heute großteils überholt.

Wie funktioniert modernes Training?

Geeignete Pferde bekommen individuelle Trainingspläne und die werden mit High-Tech Ausrüstung erfasst und protokolliert. Wie bei menschlichen Hochleistungssportlern stehen medizinische Überprüfungen, Leistungsdiagnostik bis hin zu maßgeschneiderten Ernährungsplänen auf dem Plan um zu den Events jene Spitzenleistung zu zeigen zu denen die Pferde fähig sind. Bei Pferden deren Kaufpreis im zweistelligen Millionbereich liegt gibt es diese destruktive Hau-Drauf-Methode nicht, denn man hat erkannt dass nur motivierte Pferde tatsächlich ihre persönliche Höchstleistung abrufen können.

Von einem Freizeitreiter oder dem Amateur der das Pferd auf kleinen Turnieren vorstellt werden andere Ziele verfolgt. Natürlich möchte man einen guten Platz bei einem Turnier erreichen und das gelingt am besten durch eine gute, gezielte Vorbereitung. Für den Freizeitreiter ist es wichtig das Pferd gut unter Kontrolle zu haben um schöne Erlebnisse zu haben, je nach eigenem Geschmack.

Ich möchte mich hier nicht in Themen wie falschen Ehrgeiz und daraus resultierender Brutalität vertiefen, lieber beschäftige ich mich damit erreichbare, realisitische Ziele zu definieren.

 

Wer planen will braucht ein Ziel

Vor der Planung ein Ziel zu erreichen braucht man ein Ziel, etwas dass ich als Reiter zeigen möchte. Sobald dieses Ziel ehrlich definiert ist muss man das Pferd einer kritischen Betrachtung unterziehen, ob dieses Tier geeignet sein kann. Im gleichen Atemzug muss man feststellen ob man selbst in der Lage ist die Ziele zu erreichen. Wenn ein Freund iberischer Pferde mit seinen 175cm und 70kg auch gut zu diesen Tieren passt, wird diese Paarung kaum ernsthaft das Ziel eines Galopperderbysiegs anpeilen. Viel eher können barocke Reitkunst und vielleicht Showreiten auf passenden Veranstaltungen als Ziel veranschlagt werden. Die meisten Reiter haben keine hochfliegenden Ziele, sie wollen einfach mit ihren Pferden eine gute Zeit verbringen, es gesund erhalten und stolz drauf sein.

Hier kann/soll man sich möglichst viel von den Profis abschauen und ich meine die echten Profis nicht die Quacksalber die immer wieder in Ställen auftauchen, die große Reden schwingen und im Grunde die Pferde quälen und die Freizeitreiter ganz begeistert sind wie gut ihr Pferd plötzlich geht. Ich mache hier keinen Unterschied zwischen Dressur und Western ambitionierten Reitern, die Quälerei findet man überall. Ich bin zutiefst interessiert an allen Reitstilen und versuche jene Punkte die mich in meiner eigenen Entwicklung weiterbringen herauszugreifen. Mein Ausgangspunkt ist dabei eine klassiche Dressurausbildung bis zur hohen Schule und als Buschreiter. Was ich heute auf Reitplätzen an Trainern beobachte erinnert mich an die Zeiten vor 20, 30 Jahren und ich bin manchmal regelrecht schockiert was ich unter den angeblichen Horseman-Leuten gezeigt bekomme. Da spielt die Länge, Form und Farbe eines Stabes/Gerte mehr Rolle als was man damit tut?! Meine Aufgabe sehe ich nicht darin den Rächer zu spielen, sondern den Besitzern die meist nur eine Veränderung (egal welche) ihres Pferdes bemerken und nicht sehen warum, aufzuklären. Nicht im Augenblick, sondern in der Ruhe eines Gesprächs mit vielen Fragen.

Braucht man einen Plan?

Ja und Ja. Man braucht ein Konzept und einen Plan und es braucht auch für jedes Training einen Plan, der als Teil des großen Ganzen greift. Von jedem Tagestraining ein Wow-Ergebnis zu erwarten ist falsch und führt zu Ausbildungsmethoden die man eben von den Schlachter-Trainern immer wieder gezeigt bekommt. Leute die Pferde so auszubilden versuchen sollten mit dem nassen Fetzen verjagt werden.  Wenn ein Trainer nicht nach ein oder zwei Proberitten ein ausführliches Gespräch mit seinen Eindrücken sucht und dabei die Bereiche definiert an denen man arbeiten soll und wie, sollte seine Methode überdenken oder sich von Pferden fern halten.

Wie soll so ein Plan ausschauen?

Das ist eine Frage die man im Detail ansehen muss, dazu wird ein Artikel nicht ausreichen. Was ich diesbezüglich als Fahrplan skizziere sind folgende Schritte (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge/Priorität und auch nicht strikt getrennt):

1. Die Bodenarbeit

2. Die Grundausbildung

3. Das sportliche Rüstzeug/Die körperlichen Voraussetzungen

4. Ernährung

5. Aufbau

6. Höhere Ausbildung

Damit möchte ich mit in den weiteren Betrachtungen gezielt befassen und die Themen etwas vertiefen.

Zum Schluß dieses Artikels und gleich am Anfang dieser Reihe möchte ich betonen, dass ich als Berater oder als Trainer nicht zur Verfügung stehe. Ich habe das lange genug gemacht und heute bin ich einzig und allein meinem Pferd verpflichtet. Diese Seite verstehe ich als Medium meine persönlichen Erfahrungen zu teilen und versuche das Verständnis zu wecken dass ein Pferd der Partner ist und nicht das Werkzeug.

 

Lieben Gruß

Permalink 23.04.14 11:34:00, von milestone E-Mail , 1025 Wörter, Kategorien: Training , Einen Kommentar hinterlassen »

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